5 Min Lesezeit

Bestellerprinzip: Was österreichische Vermieter in Zukunft erwartet

Das seit Jahren heiß diskutierte Thema rund um die Maklerprovision und wer nun für diese Kosten aufkommen soll, geht in die nächste Runde: Das sogenannte Bestellerprinzip, wie man es bereits aus Deutschland kennt, soll demnächst auch in Österreich eingeführt werden. Wir verraten dir alles, was du über dieses Thema wissen musst und erklären dir, was das für dich als Vermieter heißt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Künftig soll der Besteller des Maklers, konkret der Vermieter, die Maklerkosten tragen. Bis zu drei Bruttomonatsmieten soll die Maklerprovision den Vermieter kosten.
  • Andere Alternativen für Makler werden künftig interessant werden. Zum Beispiel Plattformen, die du ohne großen Aufwand als Vermieter direkt bespielen kannst.
  • Sofern du dich für eine Mietersuche ohne Immobilienmakler entscheidest, solltest du dir unbedingt ein mietrechtliches Grundwissen aneignen.

Was du über das Bestellerprinzip wissen solltest  

Wie sieht die Situation mit Maklerprovisionen aktuell in Österreich aus? 

Aktuell sind die Makler in Österreich als Doppelmakler tätig, weshalb sie sowohl vom Mieter als auch vom Vermieter Anspruch auf eine Maklerprovision haben. Damit hat Österreich die höchsten Maklerkosten in der ganzen EU. In der Praxis ist es allerdings immer noch so, dass zumeist nur der Mieter für die Kosten eines Maklers aufkommen muss, den er aber nicht selber auswählen kann.

Aus diesem Grund wurde bereits 2010 zugunsten des Mieters beschlossen, dass die Provision nicht mehr als zwei Bruttokaltmieten zuzüglich Ust betragen darf, wenn der Mietvertrag mindestens drei Jahre befristet oder unbefristet ist.

Was ist das Bestellerprinzip?

Das Bestellerprinzip besagt, dass die Maklerkosten vom Auftraggeber des Maklers getragen werden. Das bedeutet, dass der Vermieter in Zukunft die Maklerprovision übernehmen muss und der Mieter nicht mehr zur Zahlung dieser verpflichtet werden kann, wenn er den Makler nicht selbst beauftragt hat. Diese Novelle dient vor allem dazu, dem Ungleichgewicht der Kostenverteilung zwischen Mieter und Vermieter entgegenzuwirken und sie ist seit Jahren immer wieder Thema im Justizministerium. Nun soll die Gesetzesänderung mit Ende 2021, spätestens Anfang 2022, inkrafttreten. Diese soll allerdings vorerst nur für Mietobjekte und nicht für Kauf- oder Gewerbeimmobilien gelten. Aktuell wird noch besprochen, ob sich diese Novelle im Konsumentenschutzgesetz oder im Maklergesetz verankern wird.

Welchen Einfluss das Bestellerprinzip auf dich haben wird

In erster Linie beeinflusst dich diese Gesetzesänderung, weil du in Zukunft für die Maklerkosten aufkommen müssen wirst. Dabei handelt es sich um bis zu drei Bruttomonatsmieten. In weiterer Folge solltest du dir Gedanken darüber machen, ob du einen Makler weiterhin in Anspruch nehmen möchtest oder die Vermarktung deiner Immobilie stattdessen vielleicht selber in die Hand nehmen willst.

Tipps: Bestellerprinzip

So läuft deine Mietersuche ganz ohne Makler ab: Unterschätze den Zeitaufwand nicht

Wie du deine Immobilie erfolgreich inserierst, haben wir dir bereits in einem vorherigen Blogpost erklärt. Plane unbedingt mehr Zeit für die Mietersuche ohne Makler ein, denn je interessanter dein Immobilienangebot ist, umso mehr Interessenten werden sich bei dir melden. Dein Telefon sollte in dieser Zeit daher stets griffbereit sein.

Es kann jedoch sein, dass es dir schwer fallen wird, Interessenten zu finden, wenn sich deine Wohnung beispielsweise in einer eher weniger begehrten Lage befindet. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, dass du als privater Vermieter darauf Acht gibst, so professionell wie möglich zu inserieren. Andernfalls besteht die Gefahr, dass sich der Leerstand deiner Wohnung deutlich verlängert.

Eigne dir ein solides mietrechtliches Fachwissen an

Wenn du dich dafür entscheidest, die Mietersuche in Zukunft ganz ohne Makler anzugehen, solltest du dir unbedingt im Voraus ein juristisches Grundwissen im mietrechtlichen Bereich aneignen, um eventuelle, rechtliche Streitereien schon im Vorhinein zu vermeiden. Das Mietrechtsgesetz kannst du beispielsweise ganz einfach hier online abrufen.

Und auch wenn du dich eines Maklers bedienst, würden wir dir empfehlen, dich zumindest mit den Basics der mietrechtlichen Materie zu befassen, um ein besseres Verständnis für die Rechtsbeziehung zu deinem Mieter zu erlangen.

Wie erkennst du den perfekten Mieter?

Wie du die Mietersuche angehen solltest, wurde dir bereits in diesem Blogpost erklärt. Du solltest dich in die Position eines Maklers versetzen können und deine Menschenkenntnisse zum Einsatz bringen. Organisiere Besichtigungen und bereite dir schon im Vorfeld die Fragen, die du dem Interessenten stellen möchtest, vor.

Fazit

Fest steht, dass das Bestellerprinzip schon bald in Österreichs Gesetzen verankert werden wird. Auch wenn noch kein genaues Datum feststeht, kann mit spätestens Anfang 2022 damit gerechnet werden. Aus diesem Grund solltest du dich bereits jetzt darauf vorbereiten und dich darauf einstellen, dass in Zukunft entweder höhere Kosten oder die Eigenvermarktung deiner Immobilie auf dich zukommen werden. Wir empfehlen daher, beide Optionen in Betracht zu ziehen, damit du einen ungefähren Überblick über die anstehenden Kosten und den Zeitaufwand bekommst. Wiege für dich persönlich ab, was dir lieber ist.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

linkedin facebook pinterest youtube rss twitter instagram facebook-blank rss-blank linkedin-blank pinterest youtube twitter instagram